Nuklearmedizinische Therapien

Radiosynoviorthese (RSO)

Die RSO ist ein nuklearmedizinische Behandlung bei entzündlichen Gelenkerkrankungen. Diese Gelenkerkrankungen beruhen auf einer Entzündung der Gelenk-Innenhaut. Der Begriff RSO setzt sich zusammen aus lateinisch „radio“ = Strahlung und den griechischen Wörtern: „synovia“ = Schleimhaut und „orthese“ = Wiederherstellung. Es werden feinste radioaktive Teilchen mit einer sehr kurzen Strahlweite direkt in das Gelenke injiziert. Dieses Verfahren setzt direkt an der entzündeten Gelenkschleimhaut an. Entzündete Zellen der Gelenk-Innenhaut werden abgetötet, Knorpel- oder Knochenzellen werden geschont.
Die Entzündung kann zum Stillstand kommen, teilweise für immer. Von den Fingergelenken bis hin zu Knie- und Hüftgelenken ist diese Therapieform einsetzbar. Die RSO ist eine effiziente und schonende örtliche Behandlung.

Einsatzgebiete:

rheumatische Erkrankungen
Synoviatitis (=entzündete Gelenkschleimhaut)
„Reizknie“ nach Knie-Endoprothesen
bei aktivierten Arthrosen / Arthriden

Untersuchungsablauf:

Zur Überprüfung der Indikation, zur Planung und Dosisabschätzung ist vor der RSO in der Regeln eine Gelenkszintigraphie erforderlich. Bereits durchgeführte Verfahren, wie z. B. Ultraschall oder Röntgenbilder werden in die Vorbereitungen einbezogen.

Wie wird die Therapie durchgeführt?

Nach örtlicher Betäubung wird das Gelenk punktiert und eventuell überschüssige Gelenkflüssigkeit über die Punktionsnadel abgezogen. Wenn sichergestellt ist, dass die Punktionsnadel richtig im Gelenk sitzt, wird die radioaktive Substanz in das Gelenk injiziert. Nach der Punktion muss die Injektionsstelle mit einem sterilen Verband abgedeckt werden und das behandelte Gelenk für etwa 42 h ruhiggestellt werden. Damit wird ein Abströmen der Radionuklide über die Lymphbahnen verhindert.
Die spürbare Wirkung, Verringerung oder Beseitigung von Gelenkschwellung, und Schmerz sowie Funktionsbesserung, tritt allmählich ein, manchmal schon nach wenigen Tagen, oft auch erst nach Wochen oder Monaten. Der endgültige Effekt lässt sich frühestens nach etwa sechs Monaten beurteilen.


Schmerztherapie mit Samarium (Radionuklidtherapie)

Die Therapie mit dem radioaktiven Präparat Samarium dient der Behandlung von schmerzhaften Skelettmetastasen. Viele Patienten erhalten gegen diese durch den Tumor verursachten Knochenschmerzen stark wirksame Schmerzmedikamente (z. B. Opiate), die mit zahlreichen Nebenwirkungen einhergehen. Als wirksame und gut verträgliche alternative Behandlungsmöglichkeit wird seit Jahren auch die sogenannte Radionuklidtherapie eingesetzt. Die Wirkung dieser Therapie setzt normalerweise 3 bis 7 Tage nach der Injektion ein und erzielt bei ca. 80 % der Patienten eine langfristige Schmerzlinderung. Dadurch kann die opiathaltige Schmerzmedikation deutlich reduziert werden.

Einsatzgebiete:

Skelettmetastasen bei z. B. Brust- und Prostatakrebs

Untersuchungsablauf:

Vor der Behandlung wird in der Regel eine Skelettszintigraphie durchgeführt, um sicher zu sein, dass die befallenen Knochen die Wirksubstanz anreichern.
Der Ablauf der Therapie ist denkbar unkompliziert. Der Wirkstoff wird über eine Vene in den Blutkreislauf gespritzt. Ein hoher Prozentsatz lagert sich an den Skelettmetastasen an und der Rest wird über die Nieren wieder ausgeschieden.

In wenigen Fällen kann es bis etwa 3 Tage nach der Injektion zu einer kurzfristigen Schmerzverstärkung kommen. Die Wirkungsdauer dieser Therapie beträgt bis zu 4 Monaten, in Einzelfällen auch länger. Eine Heilung der Krebserkrankung ist allerdings nicht zu erwarten.

Nebenwirkungen:

Die Radionuklidtherapie führt zu einer vorübergehenden Veränderung des Blutbildes. Aus diesem Grund soll das Blutbild nach der Therapie ca. 8 Wochen lang kontrolliert werden. In der Regel ist nach 8 Wochen der Ausgangswert wieder erreicht.






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